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Stolpersteine e.V.

Lindauerstraße 28

Martha

Zettler

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Ein Fall der sogenannten dezentralen Euthanasie-Morde, bei denen ausgewählte Ärzte und auch Pflegerinnen und Pfleger der Heil-und Pflegeanstalten ihre Patientinnen und Patienten gezielt getötet haben, durch bewusste Vernachlässigung, durch Hunger, durch die Vergabe von Medikamenten, ist Martha Zettler.

Martha Zettler wurde 1903 in Memmingen geboren, sie nimmt bis zu ihrem 10. Lebensjahr eine ganz normale Entwicklung, dann treten nach einem traumatischen Erlebnis immer wieder schwere Epilepsie-Schübe auf. Bis zu ihrem Tod Ende 1942 und Anfang 1943 betreuen ihre Eltern sie in der Lindauer Str. 28. Ihre ältere Schwester, die ebenfalls dort wohnt, übernimmt dann die Betreuung. Aber als alleinstehende, arbeitende Frau war sie überfordert, so dass ihr nichts anderes übrig blieb, als sie in die Hände der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren zu geben. Im August 1943 wird sie dort aufgenommen, im Mai 1944 bei einer

Im August 1943 wird sie dort aufgenommen, im Mai 1944 bei einer Lungenuntersuchung noch festgestellt und in den Gesundheitsakten festgehalten, dass ihre Lungen in Ordnung sind und doch steht in ihrem Totenschein vom 10.01. 1945, sie sei an schwerer, beidseitiger Lungenentzündung (kruppöse Pneumonie) gestorben – knapp 4 Monate bevor die Amerikaner auch die Anstalt in Kaufbeuren befreiten. Höchstwahrscheinlich wurde sie mit Luminal ermordet, eigentlich ein Beruhigungsmittel, das aber – über mehrere Tage dreimal täglich leicht überdosiert Phenobarbital gespritzt, in Verbindung mit der zeitgleich stattfindenden systematischen Unterernährung in kurzer Zeit zum Tod der Patientin durch Lungenentzündung führte.

Quellen

Akten der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren

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