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Baumstraße 5

Magdalena

Bergmiller

Magdalena Bermiller, geborene Hafner, lebte von 1895 bis 1940, sie wurde also 45 Jahre alt.

1918, am Ende des Ersten Weltkrieges, heiratete sie, sie bekam zwei Kinder, die nach ihrer Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren 1933 in einem Heim untergebracht wurden.
Auch sie ist ein Opfer der zentral von Berlin aus gesteuerten Krankenmorde.

Am 7. November 1940 wird sie zusammen mit 89 anderen Patientinnen nach Grafeneck gebracht und dort am gleichen Tag ermordet.

Grafeneck

Grafeneck, ursprünglich ein abseits auf einem Bergrücken auf der Schwäbischen Alp bei Münsingen gelegenes Schloss, wurde Ende 1939/Anfang 1940 zur Vernichtungsanstalt für Menschen mit Behinderung umgebaut, vor allem für den Südwesten Deutschlands, zu dem auch die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren gezählt wurde. In Grafeneck wurden vom 18.01.1940 bis Dezember 1940 insgesamt 10654 Menschen ermordet, aktenmäßig akribisch registriert.

414 Menschen (211 männliche, 203 weibliche Opfer) wurden in 7 Transporten aus der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren bzw. Irsee, mindestens 9 davon aus Memmingen, nach Grafeneck gebracht. In manchen Fällen wurden die Opfer zunächst für wenige Tage in dem Zwischenlager Zwiefalten in der Nähe von Grafeneck untergebracht. Ab 1941 wurde Grafeneck nicht mehr zum Töten der Kranken verwendet. Die Gründe dafür liegen wohl vor allem darin, dass die Zahl der zu Tötenden im Südwesten des Reiches (20 % aller Anstaltsinsassen galt als Richtwert!) bereits übererfüllt und die Transporte nach Grafeneck in der 2. Jahreshälfte stark rückläufig waren. Außerdem könnte eine Rolle gespielt haben, dass in der Umgebung von Grafeneck die Vernichtungsaktionen nicht unbemerkt blieben.

In Grafeneck gewährte eine 3-4 m hohe Bretterwand Sichtschutz, die Zugänge zum Schloss wurden weiträumig mit Schranken und Betretungsverbotsschildern abgesperrt. Die Vergasungen fanden in der Schlossremise statt, bis zu 75 Personen (entspricht drei Transportbussen) konnten ab dem Endausbau auf einmal mittels Gas ermordet werden.

Die Kranken kamen zunächst in einen Auskleideraum, nackt mussten sie dann ins sog. „Aufnahmezimmer“ gehen, wo ein Arzt anhand der Akten die Identität der Kranken feststellte, Pflegekräfte ihnen eine Nummer auf den Körper schrieben und, sofern sie Goldzähne trugen, ein besonderes Zeichen hinzufügten. Anschließend wurden sie fotografiert und dann in den als Duschraum getarnten Vergasungsraum (Kohlenmonoxyd wurde hierzu eingesetzt) geführt. Vom 18.01.1940 bis 20.12.1940 ist Grafeneck „in Betrieb“. Trotz aller Vertuschungsversuche wurden die Vorgänge in Grafeneck sehr schnell in der Region bekannt.

vgl. Klee, Ernst: „Euthanasie“ im Dritten Reich. Die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, vollständig überarbeitete Neuausgabe des 1983 erschienenen Werkers „‘Euthanasie‘ im NS-Staat – Die Vernichtung lebensunwerten Lebens“, Frankfurt am Main 2.Auflage 2014

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